Back to school: 6 Tipps für LehrerInnen - Schulgenius (2024)

Back to school: 6 Tipps für LehrerInnen - Schulgenius (1)

Tipps für den perfekten Schulstart nach den Ferien

In diesem Beitrag habe ich 6 back-to-school-Tipps für Lehrer zusammengestellt, die dir die Rückkehr in deinen Lehralltag nach den Ferien erleichtern sollen.

Die Ferien könnten für Dich noch etwas länger sein? Keine Angst – mit diesem Gefühl bist Du nicht allein!

Die letzten freien Tage vergehen immer schneller und Dir graut es schon langsam davor wieder zum Schulalltag zurückzukehren? Das ist nicht ungewöhnlich, denn gerade am Ende der Sommerferien fühlen sich viele Lehrer*innen wieder in die eigene Jugend versetzt. Mit meinen folgenden 6 Tipps zeige ich Dir, wie Du nicht nur erfolgreich und entspannt, sondern auch geordnet ins neue Schuljahr starten kannst.

Meine Hinweise können Dir helfen, egal ob Du Dein bisheriges System verbessern, ein ganz neues etablieren oder ob Du Dir zum ersten Mal wirklich Gedanken über einen erfolgreichen Schulstart machen möchtest. Dabei habe ich meine 6 Schritte in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet, um zu verdeutlichen, wie Du die Tipps nacheinander „abarbeiten“ kannst

back to school? – 6 Tipps für Lehrer

1. Altlasten aufarbeiten

Mit diesem Schritt beginne ich üblicherweise ca. 1 Woche vor Unterrichtsbeginn (In den ersten Wochen meiner Ferien lasse ich den Schulkram erst einmal vollständig beiseite).

Unter Altlasten verstehe ich vor allem E-Mails, Termine, Nachrichten oder Informationen, die ich entweder in den letzten Schulwochen (Hier habe ich einfach nur noch E-Mail gelesen, aber nicht mehr sortiert abgelegt) oder über die Ferien hinweg erhalten habe.

Diese solltest Du vor Deinem eigentlichen Unterrichtsbeginn aufarbeiten. So kannst Du z.B. feste Termine für das neue Schuljahr in Deinen Kalender übernehmen und bisher unbeantwortete E-Mails bearbeiten. Auf diese Weise startest Du nicht nur mit einem aufgeräumten Postfach, sondern auch mit einem freien Kopf ins neue Jahr.

2. Ordnung ist das halbe Leben …

Gerade für den Lehrberuf könnte es keine passendere Redensart geben, denn sind wir nicht alle kleine Selbstorganisationskünstler?

Ich persönlich kann auf diese Frage nur mit einem verschmitzten Lächeln antworten. Jedoch habe ich festgestellt, dass ich meinem Ideal der Selbstorganisation näherkomme, wenn ich ein Ordnungssystem bereits von Beginn eines neuen Schuljahres an umsetze. Dementsprechend solltest Du ca. in der letzten Ferienwoche mit der Planung beginnen.

Starte ich ohne eine festgelegte Ordnung in das Jahr, stellt sich bei mir bereits nach wenigen Wochen ein so großes Chaos ein, welches ich im laufenden Unterrichtsbetrieb kaum bewältigen kann. Deshalb zeige ich Dir hier, welche für mich die Schlüssel zum Ordnungserfolg sind:

Papiertiger oder Bildschirmkrieger?

Das ist die erste Frage, die Du für Dich beantworten solltest: Arbeitest Du lieber mit dem guten alten Papier oder bist Du eher in der digitalen Welt unterwegs? Denn deine Antwort darauf legt schon einige grundlegende Aspekte für Dein Ordnungssystem fest.

Typ: Papiertiger

Falls Du gerne handschriftlich Notizen verfasst und am liebsten mit ausgedruckten Materialien arbeitest, wirst Du Dich in diesem Typus eher wiederfinden.

Das wichtigste Ordnungsinstrument ist dann für Dich ein Kalender in physischer Form. Es gibt verschiedene Anbieter, die Kalender in unterschiedlichen Formaten und Ausführungen speziell für Lehrer*innen produzieren und sich den entsprechenden Ansprüchen anpassen. Ob Du einen solchen für Dich auswählst oder ob Du einen klassischen Kalender ohne spezielle „Lehrerfunktionen“ wählst, bleibt Dir und Deinen Vorlieben überlassen.

Dieser Kalender sollte Dein bester Freund für das Schuljahr sein, den Du stets bei Dir tragen solltest, denn hier kannst Du alle wichtigen Termine (beruflich und vielleicht auch privat?) eintragen, Deinen Stundenplan festhalten sowie Notizen und to-do-Listen verwalten.

Darüber hinaus hast Du die Möglichkeit Schüler*innendaten (Klassenlisten mit Namen, E-Mail-Adressen, Noten, etc.) in Deinem Kalender festzuhalten. Falls Du Dich für diese Variante entscheidest, solltest Du besonders darauf achten, dass Du Deinen Kalender nicht verlierst (Horrorszenario: Verlust aller Notenlisten all Deiner Klassen!!!) und ihn nicht für andere frei zugänglich „herumliegen“ lässt, denn Schüler*innendaten sind auch immer sensible Daten, die besonderen Schutz bedürfen.

Schüler*innendaten sowie Notenlisten kannst Du natürlich auch anderweitig in Papierform ordnen. Hier empfehle ich Dir die Notenlisten für Deine Klassen separat abzuheften z.B. in Form eines Hefters, den Du für jede Klasse führen kannst. In diesem Hefter kannst Du neben der jeweiligen Klassen- und Notenliste auch einen Arbeitsplan sowie datierte Arbeitsblätter oder handschriftliche Notizen sammeln, um den Unterrichtsverlauf der jeweiligen Klasse über das Schuljahr hinweg nachvollziehen zu können. Verlierst Du diesen Hefter, bleiben so zumindest die Daten deiner anderen Klassen erhalten (Horrorszenario abgewendet!).

Falls Du Klassenlehrer*in bist, solltest Du Dir darüber hinaus Gedanken machen, in welcher Papierform Du Entschuldigungen, Krankschreibungen, Notizen zu Elterngesprächen o. Ä. organisierst. Hierbei ist es vor allem wichtig, dass Du sowohl das Ausstellungsdatum als auch Dein Bearbeitungsdatum, falls nötig, schnell nachvollziehen kannst.

Ein weiterer Aspekt, der unter dem Typ Papiertiger zu fassen ist, stellt die allgemeine Organisation deiner Unterrichtsmaterialien dar. Allerdings ist dies ein Thema, das ich in einem gesonderten Beitrag thematisieren möchte.

Typ: Bildschirmkrieger*in

Bevorzugst Du es Notizen, Termine, Noten und Materialien digital zu erstellen und zu speichern, entsprichst Du eher dem Typ Bildschirmkrieger*in. Doch auch wenn Du Daten nicht in physischer Form nutzen möchtest, kannst Du Dich an meinen Papiertiger-Hinweisen orientieren, denn auch Du kannst Dir folgende Fragen stellen:

  • Wie und wo möchte ich meine beruflichen und vielleicht auch privaten Termine verwalten und speichern?
  • Gibt es ein Stundenplan-Tool (z.B. eine entsprechende App), das ich nutzen kann?
  • Möchte ich Schüler*innendaten per Excel oder mittels eines speziellen Programmes für Lehrer*innen verwalten? (Auch hier existieren wieder verschiedene Anbieter, die unterschiedliche Apps oder Programme zur Verfügung stellen, die speziell auf die Bedürfnisse des Lehrberufs angepasst sind.)
  • Wie möchte ich meine Daten sichern? (Hier bietet sich ein passwortgeschützter USB-Stick oder das Nutzen eines Online-Speicherplatzes an.)
  • Kann ich ein Tool nutzen (z.B. moodle), um meinen Schüler*innen Arbeitsblätter, Tests usw. in digitaler Form zukommen zu lassen?

Anhand dieser Liste für den Typ Bildschirmkrieger*in erkennst Du vielleicht schon, dass ich eher dem guten alten Papier zugetan bin, obwohl ich der digitalen Welt langsam immer mehr abgewinnen kann (siehe dieser Blog).

3. Entwickle Deinen eigenen Stundenplan

Dein „offizielles“ Mitgestaltungsrecht in Bezug auf Deinen Stundenplan kann je nach Schule sehr unterschiedlich ausfallen. Trotzdem kannst Du in jedem Fall Deinen bestehenden Plan ein Stück weit selbst gestalten.

Mit „gestalten“ meine ich vor allem Freiräume nutzen. Denn in den seltensten Fällen wirst Du einen Plan ohne einzelne Freistunden erhalten. Genau diese Freistunden kannst Du für Dich sinnvoll nutzen.

Es ist besonders hilfreich direkt beim Erhalt Deines neuen Stundenplans die entsprechenden Lücken zu markieren und zu verplanen. Hierbei ist es vollkommen egal, ob Du Deine Freiräume gezielt für Vor- oder Nachbereitung, das Bearbeiten Deiner E-Mails, für ein kurzes Schläfchen oder anderweitig nutzen möchtest. Denn wenn Du eh wegen einer Freistunde in der Schule bleiben musst (weil sich z.B. der Weg nach Hause nicht lohnt), kannst Du diese Zeit auch in Deinem Sinne nutzen, um Deine „echte“ freie Zeit zu maximieren.

Trage Dir Deine Pläne oderTermine direkt in Deinen Kalender ein, um aktiv Deinen Stundenplan zu gestalten. So kannst Du Deine Zeit nutzen, wie es Dir gefällt.

4. Kooperationspartner finden

Diesen Schritt kannst und solltest Du angehen, sobald Dein Stundenplan steht. Versuche herauszufinden, welche Deiner Fachkolleg*innen in Parallelklassen unterrichten werden.

Falls die Chemie zwischen Dir und den entsprechenden Kolleg*innen stimmt, bietet sich eine Zusammenarbeit an. Diese kann lockerer oder enger gestaltet werden. Hierbei könnt ihr beispielsweise den Arbeitsplan gemeinsam entwerfen, Material austauschen, Klausuren und Tests planen oder Exkursionen organisieren.

Denn hier gilt das Prinzip: Geteilte Arbeit ist halbe Arbeit!

5. Deine Halbjahresplanung

Die Frage, wie man genau eine Halbjahresplanung entwirft, werde ich in den nächsten Wochen ausführlich beantworten.

Für Dich ist es an dieser Stelle wichtig zu wissen, dass die Planung des Schulhalbjahres einer Klasse logischerweise zu Beginn eines jeden Schulhalbjahres erfolgen sollte. Denn so erhältst Du einen Überblick über die Dir bevorstehende Arbeit und kannst andere Klassen und Termine besser koordinieren.

6. Das Ziel vor Augen

Solltest Du Anfänger*in im Lehrberuf sein, besteht wahrscheinlich legitimerweise Dein Ziel für das bevorstehende Schuljahr darin, es erfolgreich zu überstehen. Das reicht für den Anfang auch vollkommen aus.

Bist Du allerdings schon etwas länger als Lehrer*in tätig, empfehle ich, dass Du dir zu Beginn eines Jahres ein Ziel oder sogar mehrere steckst.

Ich nenne Dir mal ein paar Beispiele, damit Du eine Vorstellung davon bekommst, was ich damit meine: Ein Ziel für ein neues Schuljahr könnte z.B. darin bestehen, Dich in schulinternen Gruppen, Gremien oder im Fachbereich stärker zu engagieren. Ein anderes Ziel könnte sein, eine oder mehrere neue Lehr- und Lernmethoden oder pädagogische Ansätze gezielt (und am besten sogar dokumentiert) durchzuführen. Du könntest Dir natürlich auch vornehmen, Deine Notendokumentation in digitaler Form umzustrukturieren.

Du fragst Dich wahrscheinlich immer noch, warum genau ich Dir diesen Schritt empfehle. Ganz einfach: Ich habe selbst erfahren, dass man ziemlich schnell Routinen entwickelt. Routinen sind gerade in unserem Beruf sehr wichtig. Allerdings verleiten Sie auch dazu, sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Der Drang nach Neuem oder nach Verbesserung kann schnell abebben und deshalb kann das bewusste Setzen eines Ziels diesen Kreislauf ein Stück weit durchbrechen.

Versuche es und fange klein an. Denn gerade in den Sommerferien hast Du die Möglichkeit Abstand vom Alltagstrott zu gewinnen und Dein Lehrer*innenhandeln zu reflektieren. Mit einem freien Kopf besteht also die beste Möglichkeit, Ideen zu sammeln und zu planen. Sie müssen dann „nur“ noch im neuen Schuljahr umgesetzt werden.

Schlussgedanken

Auch wenn die Ferien wirklich ein wundervoller (Vor-)Teil unseres Berufes sind und ich diese stets genieße, fängt es doch auch bei mir langsam an in den Fingern zu kribbeln. Ich freue mich schon auf den Start ins neue Schuljahr. Vielleicht helfen dir meine 6 back-to-school-Tipps für Lehrer, um ebenfalls erfolgreich ins neue Schuljahr zu starten!

Hast Du weitere Tipps, die Dir den Start in den Lehralltag erleichtern?

Bis dahin

Sabine

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